Haben Sie schon einmal bemerkt, dass Stunden wie im Flug vergehen, wenn Sie etwas genießen, während dieselbe Zeit sich quälend langsam anfühlt, wenn Sie warten oder sich langweilen? Dieses Phänomen zeigt, dass unser Zeitempfinden stark subjektiv ist und besonders von positiven Emotionen beeinflusst wird.
Wenn wir schöne Momente erleben, ist unser Geist vollständig auf das Erlebnis konzentriert. Wir sind emotional involviert, genießen den Augenblick und verlieren das Bewusstsein für die vergehende Zeit. Psychologen nennen diesen Zustand „Flow“: Eine Phase intensiver Konzentration und völliger Einbindung, in der Zeit scheinbar verschwindet. Stunden können sich wie Minuten anfühlen, weil unser Gehirn die Erfahrung vollständig absorbiert und weniger auf äußere Zeitgeber achtet.
Im Gegensatz dazu wird Zeit subjektiv gedehnt, wenn wir gelangweilt, gestresst oder ängstlich sind. Unser Bewusstsein richtet sich dann stärker auf die Uhr, wir messen die vergehenden Minuten und empfinden sie als lang.
Auch Erinnerungen verstärken diesen Effekt. Positive Erlebnisse werden detaillierter gespeichert, wodurch sie im Nachhinein intensiver wirken. Interessanterweise kann dieselbe Zeitspanne in der Rückschau länger erscheinen, obwohl sie während des Erlebnisses „wie im Flug“ verging.
Wer das Gefühl hat, dass schöne Momente zu schnell vergehen, kann bewusst Achtsamkeit üben: Auf Details achten, Emotionen zulassen und den Moment intensiv erleben. So lassen sich positive Erfahrungen bewusster wahrnehmen und das Zeitempfinden aktiv beeinflussen.
Schöne Momente vergehen schneller, weil unsere Psyche vollständig in die Erfahrung eintaucht – ein faszinierender Beweis dafür, dass Zeit nicht nur physikalisch, sondern vor allem psychologisch existiert.