Der Urknall markiert den Anfang von Raum, Materie und auch Zeit selbst. Vor etwa 13,8 Milliarden Jahren existierten weder Raum noch Zeit, wie wir sie kennen. Mit der extremen Expansion der Anfangssingularität begann nicht nur die Ausdehnung des Universums, sondern auch die Abfolge von Ursache und Wirkung – also die Zeit.
Physiker erklären, dass die Zeit eng mit der Struktur des Universums verbunden ist. In den ersten Sekunden nach dem Urknall waren Temperaturen und Energiedichten so hoch, dass die bekannten physikalischen Gesetze nur eingeschränkt galten. Die Abfolge von Ereignissen – Entstehung von Teilchen, Atomen und später Sternen – bildete die Grundlage für das Zeitverständnis, das wir heute haben.
Interessanterweise ist Zeit nicht absolut. Die Relativitätstheorie zeigt, dass Gravitation und Geschwindigkeit die Wahrnehmung von Zeit beeinflussen. Schon wenige Sekunden nach dem Urknall veränderte sich die Zeitwahrnehmung in verschiedenen Regionen des sich ausdehnenden Universums unterschiedlich.
Der Urknall lehrt uns, dass Zeit kein unabhängiges Phänomen ist. Sie entsteht zusammen mit Raum und Materie und ist untrennbar mit der Geschichte des Universums verbunden. Jede Beobachtung des Kosmos – von weit entfernten Galaxien bis zu Strahlung aus der Frühzeit – ist gleichzeitig eine Reise in die Vergangenheit und ein Fenster in die Entstehung der Zeit selbst.