In der modernen Physik sind Raum und Zeit nicht getrennte Größen, sondern bilden zusammen die Raumzeit. Statt die Welt als drei Dimensionen des Raums plus eine unabhängige Zeit zu sehen, betrachtet man alles als ein einheitliches vierdimensionales Gefüge. Jedes Ereignis im Universum hat somit einen Ort und einen Zeitpunkt – beides gehört untrennbar zusammen.
Die Raumzeit kann durch Masse und Energie gekrümmt werden. Große Objekte wie Planeten oder Sterne biegen die Raumzeit, und diese Krümmung beeinflusst, wie sich andere Objekte bewegen. Deshalb bewegt sich die Erde nicht gerade durch den Raum, sondern folgt einer gekrümmten Bahn in der Raumzeit – das ist die Grundlage der Gravitation in Einsteins allgemeiner Relativitätstheorie.
Raumzeit erklärt auch, warum Zeit nicht überall gleich schnell vergeht. In der Nähe massereicher Körper vergeht Zeit langsamer, und bei schnellen Bewegungen wird die Zeit für den Reisenden gedehnt. So wird klar: Zeit ist kein unabhängiges Fließen, sondern ein Teil des Gewebes, das das Universum ausmacht.
Die Vorstellung der Raumzeit verändert unser Bild von Realität grundlegend. Alles ist miteinander verbunden, Bewegung und Gravitation wirken sich direkt auf die Zeit aus, und die Welt ist viel flexibler, als unser Alltag vermuten lässt.