Die moderne Physik zeigt, dass Gravitation nicht nur Objekte im Raum beeinflusst, sondern auch den Lauf der Zeit selbst. Je stärker das Gravitationsfeld, desto langsamer vergeht die Zeit im Vergleich zu einem Bereich mit schwächerer Gravitation. Dieses Phänomen nennt man gravitationsbedingte Zeitdilatation und es ist eine Vorhersage von Einsteins allgemeiner Relativitätstheorie.
Ein anschauliches Beispiel: Uhren, die in großer Höhe über der Erde stehen, laufen minimal schneller als Uhren auf der Erdoberfläche. Der Unterschied ist zwar klein, aber messbar. In der Nähe massereicher Objekte wie Sterne oder Schwarzen Löcher wird dieser Effekt extrem deutlich: Zeit kann dort für einen Beobachter außerhalb des Gravitationsfeldes stark verlangsamt erscheinen.
Der Grund dafür liegt darin, dass Masse und Energie die Raumzeit krümmen. Zeit ist Teil dieser Raumzeit, und wenn sie gebogen wird, verändert sich auch ihr Fluss. Gravitation „zieht“ die Zeit gewissermaßen mit sich, wodurch sie langsamer vergeht.
Dieser Effekt ist nicht nur theoretisch interessant, sondern hat praktische Bedeutung. GPS-Satelliten zum Beispiel müssen ihre Uhren anpassen, weil sie sich sowohl schnell bewegen als auch in einem schwächeren Gravitationsfeld der Erde sind. Ohne diese Korrektur wären Navigationssysteme bald ungenau.
Gravitation und Zeit sind also untrennbar verbunden: Zeit ist flexibel und hängt direkt von der Masse und der Krümmung der Raumzeit ab.