Die Frage, ob es eine kleinste Einheit der Zeit gibt, gehört zu den spannendsten Rätseln der modernen Physik. Im Alltag messen wir Zeit in Sekunden, Millisekunden oder Nanosekunden, doch diese Einteilungen sind menschengemacht. Die Natur selbst könnte eine fundamentale Grenze haben, unterhalb derer Zeit nicht weiter „geteilt“ werden kann.

Ein theoretisches Konzept dafür ist die Planck-Zeit. Sie entspricht etwa
10−43
10
−43
Sekunden und gilt als die kürzeste Zeitspanne, über die die bekannten physikalischen Gesetze noch sinnvoll angewendet werden können. Unterhalb dieser Zeit würde unser Verständnis von Raum, Zeit und Materie zusammenbrechen – klassische Konzepte wie „Sekunde“ oder „Uhr“ verlieren ihre Bedeutung.

Die Planck-Zeit entsteht aus der Kombination von drei fundamentalen Naturkonstanten: Lichtgeschwindigkeit, Gravitationskonstante und Plancksches Wirkungsquantum. Sie markiert eine Grenze, an der Quantenphysik und Gravitation aufeinander treffen, also der Bereich, den die Physiker versuchen zu verstehen, um die Quantengravitation zu entwickeln.

Ob die Planck-Zeit tatsächlich die „kleinste Zeiteinheit“ ist, bleibt offen. Experimente können diesen Bereich bisher nicht direkt messen, und es könnte sein, dass die Natur noch feinere Strukturen bereithält. Klar ist nur: Zeit ist nicht unendlich teilbar – irgendwo liegt eine Grenze, die das Verständnis der Physik grundlegend herausfordert.